Ein Abend mit Esther Kinsky zu Lewis Grassic Gibbon

Ein Abend mit Esther Kinsky. Moderation: Norbert Wehr

Esther Kinsky, bereits mehrfach zu Gast bei LITERATUR:LITERATUR!, ist nicht nur eine großartige, preisgekrönte Autorin (Banatsko, Am Fluß), sondern auch hochgelobte Übersetzerin aus dem Polnischen, Russischen und Englischen (u. a. Henry D. Thoreau, Lob der Wildnis und Gilbert White, Selborne und seine Naturgeschichte). 2009 war sie für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert und erhielt den Paul-Celan-Preis für die Übertragung von Olga Tokarczuks Roman „Unrast“ aus dem Polnischen ins Deutsche.

Eines der bedeutendsten Werke der schottischen Literatur ist die Roman-Trilogie A Scots Quair, dt. Ein schottisches Buch, von Lewis Grassic Gibbon, der bürgerlich James Leslie Mitchell hieß (1901–1935). Laut Esther Kinsky gilt der erste Band Sunset Song, dt. Lied vom Abendrot, als „der schottische Roman schlechthin“. Ihre Übersetzung dieses Romans, der 2018 im Guggolz Verlag erschien, „macht überhaupt verständlich, warum Lied vom Abendrot als Klassiker der europäischen Literatur des frühen zwanzigsten Jahrhunderts gilt.“ (Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung).

Erzählt wird am Beispiel des Lebensgeschichte von Chris Guthrie das Elend der kleinen Landgemeinden im Nordosten Schottlands bis zum ersten Weltkrieg, die Rolle der Frauen, die Verrohung der aus dem Weltkrieg Zurückgekehrten und die Folgen der Modernisierung für das traditionelle Leben der Bauern.

Im Sommer 2021 ist der – wiederum von Esther Kinsky aus dem schottischen Englisch übersetzte – zweite Band der Trilogie bei Guggolz erschienen: Wind und Wolkenlicht. Gibbon schrieb hier die Geschichte von Chris Guthrie aus »Lied vom Abendrot« fort. Vor dem Hintergrund des gescheiterten Generalstreiks 1926 zeichnet er mit liebevoller, oft harscher Komik das Bild einer Gesellschaft im Netz von tradierten Privilegien und Unterdrückung.

Im Gespräch mit Schreibheft-Herausgeber Norbert Wehr stellt uns Esther Kinsky Autor und Roman vor, erzählt vom Handwerk und der Kunst des literarischen Übersetzens und liest – vielleicht und hoffentlich – auch eigene Texte.

Dazu laden wir herzlich ein!

Esther Kinsky, geboren 1956, arbeitet seit 1986 als Übersetzerin polnischer, russischer und englischsprachiger Literatur, z. B. von Miron Białoszewski, Magdalena Tulli, Joanna Bator, Aleksander Wat, Henry D. Thoreau und John Clare. Für ihre Übersetzungen erhielt sie u. a. 2009 den Paul-Celan-Preis sowie 2017 die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur der FU Berlin. Esther Kinskys Romane, Gedicht- und Essaybände sind ebenfalls mehrfach ausgezeichnet worden. Zuletzt erschienen der Geländeroman Hain, für den sie 2018 den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, sowie der Gedichtband Schiefern.

Ort: LeseRaum in der Akazienallee – zwischen Parkhaus und Buchhandlung Proust, 45127 Essen

Zeit: 20 Uhr

Eintritt: € 10,- / erm. 7,- | Corona: 3G + med. Maske!

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